SAPUI5-Tasks in SAP Build Process Automation: dynamische Aufgaben statt Einspalten-Formular
Der Forms Builder in SAP Build Process Automation deckt einfache Formulare gut ab, auch mit Tabellen und Suchhilfen. Was er nicht kann: reagieren. SAPUI5-Tasks schließen genau diese Lücke: Sie entwickeln die Oberfläche als eigene UI5-App und importieren sie als Formular in den Prozess. Ein zusätzliches Produkt brauchen Sie dafür nicht.
Was ein SAPUI5-Task ist
Ein SAPUI5-Task ist eine Benutzeraufgabe, deren Oberfläche nicht im Forms Builder entsteht, sondern als SAPUI5-Anwendung in SAP Business Application Studio. Im Process Builder nimmt sie denselben Platz ein wie ein normales Formular: gleiche Stelle im Prozessmodell, gleiche Empfängerlogik, gleiche Anzeige in My Inbox. Für die Anwender ändert sich nur eines: Die Aufgabe sieht so aus und verhält sich so, wie Sie es festgelegt haben.
Warum „dynamisch“?
Der Forms Builder rendert statische Felder untereinander. Ein SAPUI5-Task dagegen ist Code, und Code kann reagieren. Live-Daten: Die Felder binden direkt an den Task-Kontext der laufenden Prozessinstanz, angezeigt wird also der echte Vorgang, nicht ein starres Abbild. Eigene Logik: Sichtbarkeiten, Berechnungen, Validierungen oder das Nachladen von Informationen per API-Aufruf sind normale UI5-Entwicklung. Volles Control-Set: Mehrspaltige Layouts, Tabellen, Wertehilfen, alles, was SAPUI5 mitbringt, steht zur Verfügung. Die Entscheidungsbuttons registriert die App über die Inbox-API, der Abschluss der Aufgabe geht als Statusänderung an die Workflow-Runtime zurück.
Der Vertrag zwischen Prozess und Oberfläche
Damit Prozess und App zusammenfinden, beschreibt die Anwendung in ihrer manifest.json einen kleinen Vertrag: den Knoten sap.bpa.task. Inputs definieren als JSON-Schema, welche Prozessdaten die Aufgabe erhält. Outputs beschreiben, was die Aufgabe zurückschreibt, etwa den Kommentar des Genehmigers. Outcomes legen die möglichen Entscheidungen fest, zum Beispiel Approve und Reject, die im Prozessmodell als Zweige weiterlaufen. Genau diese Struktur liest der Process Builder beim Import und bietet Ihnen die Felder zum Mapping an.
In fünf Schritten zum ersten SAPUI5-Task
In unseren Projekten hat sich ein klarer Ablauf bewährt.
- Dev Space in SAP Business Application Studio anlegen, Typ SAP Fiori plus Erweiterung Workflow Module.
- MTA-Projekt mit zwei Modulen aus den Templates erzeugen: Approuter Configuration und Workflow UI vom Typ Task UI.
- App anpassen: sap.bpa.task in der manifest.json, View mit Kontext-Bindings, Aktionen in der Component.js.
- MTA bauen und per Cloud Foundry deployen; die App erscheint im BTP Cockpit unter HTML5 Applications.
- Im Process Builder das SAPUI5-Formular importieren, in den Prozess ziehen, Felder mappen. Jeder dieser Schritte hat Stolperstellen, von der Routen-Reihenfolge in der xs-app.json bis zur Benennung im mta.yaml.
Ehrlich eingeordnet
Der Forms Builder ist nicht das schlechtere Werkzeug. Für einfache Genehmigungen bleibt er der schnellere Weg: ohne Code, ohne Deployment, direkt im Browser. Der SAPUI5-Task lohnt sich, wenn Layout, Logik oder Datenzugriff darüber hinausgehen. Dafür kostet er Entwickler-Skills (SAPUI5, MTA, Cloud-Foundry-Deployment) und bringt einen eigenen Lebenszyklus mit: Die App wird außerhalb des Prozessprojekts versioniert und deployt. Auch das lokale Testen ist eingeschränkt, weil die App Task-Modell und Inbox-API erst zur Laufzeit von der Inbox erhält. Und wer im BTP Trial übt, ist laut SAP-Tutorial auf fünf Formulare pro Projekt begrenzt.
Fazit
SAPUI5-Tasks schließen die Lücke zwischen No-Code-Formular und vollwertiger Anwendung. Sie behalten die Stärken von SAP Build Process Automation (Prozessmodell, Rollen, Inbox) und gewinnen die Freiheit einer selbst entwickelten Oberfläche genau dort, wo Ihre Anwender sie täglich sehen.
Den kompletten Weg vom Dev Space über manifest.json, View und Component.js bis zum Import und Mapping im Process Builder gehen wir mit Ihnen durch, inklusive der typischen Fehlerquellen.
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