Über 100 Schnittstellen, drei Werke, laufende JIT-Belieferung: Ein Automobilzulieferer stand vor dem Umstieg auf SAP S/4HANA. Das Risiko lag nicht im ERP, sondern in der gewachsenen Punkt-zu-Punkt-Integration. Wir haben im Projektteam geholfen, daraus eine zentrale Schicht auf CPI zu machen. Der Go-Live kam pünktlich.
Über 100 Schnittstellen. Drei Werke. OEMs, die just in time beliefert werden, während darunter das ERP getauscht wird. Was bricht zuerst?
Vor dieser Frage stand ein Automobilzulieferer beim Umstieg auf SAP S/4HANA. Das Risiko lag nicht im ERP, sondern in der Integration: über Jahre gewachsen, Punkt zu Punkt, kaum dokumentiert. Wir haben im Projektteam geholfen, daraus eine zentrale Integrationsschicht auf der SAP Integration Suite (CPI) zu machen. Der Go-Live kam pünktlich.
Über Jahre hatte sich die Integration Stück für Stück aufgebaut: Punkt zu Punkt, jedes System direkt mit dem nächsten verdrahtet. Am Ende waren es über 100 Schnittstellen zwischen S/4HANA, MES, Lager- und Transportsystemen, der EDI-Anbindung an die OEMs und mehr als 20 weiteren Anwendungen, verteilt auf drei Werke.
Diese gewachsene Verdrahtung auf S/4HANA zu heben, ohne die Just-in-Time-Belieferung zu stören, war die eigentliche Aufgabe. Und sie lief nicht allein: Mehrere Dienstleister und die interne IT arbeiteten parallel am selben System.
Wir kamen als Verstärkung ins Integrationsteam, mit Fokus auf die Schnittstellenarchitektur. Der Plan war einfach: weg von der direkten Verdrahtung, hin zu einer Schicht, durch die alles läuft.
Gebaut haben wir diese Schicht auf der SAP Integration Suite (CPI). Statt Dutzender Direktverbindungen gibt es jetzt einen überschaubaren Satz Schnittstellen mit klaren Verträgen und Versionsständen. Erweiterungen liegen als Side-by-Side-Extensions neben dem Kern statt darin. Das ist der Clean-Core-Gedanke, und er hält das S/4HANA-System upgrade-fähig.
Das Ganze lief als eigener Workstream über rund acht Monate, von der Zielarchitektur bis zum Go-Live.
Bestandsaufnahme der gewachsenen Verbindungen, ein klares Zielbild und eine priorisierte Liste aller Schnittstellen.
Feste Muster für CPI, dazu Namens-, Versionierungs- und Erweiterungsregeln, an die sich alle Teams halten.
Die Schnittstellen auf CPI umsetzen und testen, gemeinsam mit den anderen Dienstleistern im Projekt.
Den Umstieg planen, das Monitoring scharf stellen und den Betrieb sauber an das interne Team übergeben.
Der Go-Live kam termingerecht. Aus dem Geflecht aus Direktverbindungen wurde eine zentrale Schicht, in der jede Schnittstelle sichtbar, überwacht und versioniert ist.
Den größten Unterschied merkt man im Alltag danach. Klemmt eine Schnittstelle, sieht man es im Monitoring sofort, statt sich durch Dutzende Verbindungen zu suchen. Ändert ein OEM sein EDI-Format, lässt sich das an einer Stelle anpassen. Und das S/4HANA-System bleibt sauber und upgrade-fähig.
Dass sich dieser Schritt auch über das einzelne Projekt hinaus rechnet, zeigt eine von SAP beauftragte Forrester-Studie: Unternehmen erzielten mit der SAP Integration Suite über drei Jahre einen ROI von 345 Prozent, die Effizienz der Integrationsentwickler stieg um 30 Prozent.
Bei einem Zulieferer hängt die Produktion der Kunden an der Liefertreue. Lieferabrufe, Fortschrittszahlen und JIT-Sequenzen müssen zuverlässig zwischen OEM, ERP, MES und Werkslogistik laufen. Reißt die falsche Schnittstelle, steht im schlimmsten Fall ein Band beim Kunden still.
Deshalb war Standardisierung kein Selbstzweck. Saubere, versionierte Schnittstellen und ein zentrales Monitoring sind das, was einen Cutover bei über 100 Verbindungen planbar macht statt zum Glücksspiel.
Nicht jede Landschaft braucht diesen Schritt. Vier Fragen zeigen, ob er sich lohnt.
Wie viele Schnittstellen sind es wirklich? Je mehr Systeme über je mehr Verbindungen zusammenhängen, desto größer der Gewinn an Übersicht und Wiederverwendung.
Wie viele Werke oder Mandanten sind im Spiel? Sobald dieselbe Schnittstelle mehrfach existiert, zahlt sich Standardisierung doppelt aus.
Wie oft ändern sich externe Formate? Wer OEM-EDI regelmäßig anpassen muss, will das an einer Stelle tun, nicht an zwanzig.
Steht Clean Core auf der Agenda? Upgrade-Fähigkeit braucht Erweiterungen neben dem Kern statt darin.
Wer dagegen nur eine Handvoll stabiler Verbindungen hat, die sich kaum ändern, schießt mit einer zentralen Schicht schnell mit Kanonen auf Spatzen. Ein ehrlicher Blick auf Schnittstellenzahl, Änderungstempo und Werksstruktur reicht meist für die Entscheidung.
Wir kennen beides: SAP in der Tiefe und die Integrationswelt der Fertigung. S/4HANA, MES- und Logistik-Anbindung, OEM-EDI, die SAP BTP. Einen Überblick über unsere Leistungen finden Sie unter SAP Consulting. Wie wir Prozesse auf der BTP umsetzen, zeigt auch unsere Referenz zur Materialstammanlage bei einem Maschinenbauer. Und bei uns sitzt in jedem Projekt ein Gründer mit am Tisch, keine Junior-Pyramide.
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